Let´s go Myanmar – September – Ngwe Saung Beach

Let´s go Myanmar – September – Ngwe Saung Beach

Ein außergewöhnlicher Tag am Strand:

Wir wachen zum 2. Mal am Ngwe Saung Strand auf. Beim Frühstück überlegen wir was wir heute unternehmen könnten. Was fällt euch alles ein das man am Strand bzw. Meer machen könnte?
Die Klassiker wären:
faulenzen und nichts tun außer sich zu sonnen, schwimmen, schnorcheln, spazieren, auf einer Sonnenliege schlafen oder lesen, Wellen reiten, fotografieren, Sonnenauf, oder – untergang genießen, Sandburgen bauen, Krebse ärgern,… ABER das kann man alles an fast jedem Strand auf der ganzen Welt machen.
Aber es gibt etwas das wir beide noch NIE am Strand gemacht haben: mit einem Motorrad zu fahren 🙂
Schon an unserem ersten Tag ist uns aufgefallen, dass es am Strand viele Spuren von Motorrädern gibt, weil die Einheimischen den Strand als Straße benutzen. Das wollen wir auch machen, also borgen wir uns ein Motorrad aus.

Motorrad fahren am Strand.

Motorrad fahren am Strand. Herrlich!

Wir haben 2 Möglichkeiten: Entweder wir fahren in den Norden oder Süden. Wir wissen, dass es Richtung Norden, einige Bungalow-Anlagen gibt und man irgendwann zum Ort Ngwe Saung gelangt. Wenn wir einen Blick Richtung Süden werfen, scheint der mit Palmen gesäumte Strand „unendlich“ weiter zu gehen. In unseren Reiseführern gibt es auch keine Karte von diesem Gebiet, also wissen wir nicht was sich südlich von unserer Bungalow-Anlage befindet. Das wollen wir herausfinden, also beginnen wir unsere Fahrt Richtung Süden.
Es folgen noch 3 Bungalow-Anlagen, wobei es so wirkt als wäre eine geschlossen und wird eine erst gebaut. Ab dann gibt es gar keine Spuren vom Tourismus. Plötzlich gibt es nur mehr Meer, Sand, Palmen und uns auf dem Motorrad.
Vor uns liegt nur weiterer Strand, rechts von uns das unendliche Meer und links von uns ein Palmen-Wald. Es wäre natürlich schon ein Geschenk nur diese tolle Umgebung alleine genießen zu dürfen. Aber in der prallen Sonne würde einem dies zu Fuß doch nicht so ganz gelingen. Es wäre einfach zu heiß und deshalb zu beschwerlich einen „unendlich langen“ Strand entlang zu laufen. Aber es ist ein unbeschreibliches Gefühl durch diese Landschaft auf einem Motorrad zu fahren. Beim angenehmen Fahrtwind und ohne viel Anstrengung kann man diesen herrlichen Ausblick genießen.
Kurze Zeit brauchen wir natürlich, um uns an die ungewöhnliche Straße und den Sand als Fahrbahn zu gewöhnen. Aber der noch nasse und deshalb harte Sand, der nach der Flut zurück bleibt, eignet sich wirklich hervorragend zum Befahren. Außerdem dienen uns die Spuren der Einheimischen als Markierung wo man am besten fährt.
Ein paar Mal queren wir ohne Probleme kleine Rinnsale von Wasser die aus dem Landesinneren Richtung Meer fließen. Hie und da kommen uns Einheimische ebenfalls auf Motorrädern entgegen oder sie überholen uns, wenn wir zu langsam sind oder wegen Fotos Pausen einlegen.
Doch dann kommen wir zu einem richtigen kleinen Fluss, der ins Meer fließt. Zu Fuß könnten wir ihn natürlich queren, aber mit dem Motorrad hat man keine Chance. Wir denken schon, dass unsere Strandfahrt hier zu Ende geht, aber da entdecken wir ein Grüppchen Menschen auf der anderen Seite. Sie sind ebenfalls mit dem Motorrad unterwegs und stellen sich gerade an, um auf ein kleines Boot zu fahren. Auf diesem Boot queren sie den Fluss. Unsere Fahrt ist also noch nicht zu Ende und auch wir nutzen diese Überfahrt, die uns ca. 1 Euro kostet:

Auf unserer weiteren Fahrt wird der Strand manchmal schmäler und wir entdecken, dass unter den Palmen manchmal auch kleine einfache Holz-Hütten stehen. Auf einmal sehen wir schon aus der Ferne eine Gruppe Menschen. Als wir näher kommen sehen wir, dass sie mit einem langen Netz vom Ufer aus Fische fangen. Die vielen Leute werden benötigt, um das lange Netz halten zu können. Wir schauen interessiert zu und beobachten welche Fische sie beim Einholen des Netzes an Land ziehen.
Wir fahren weiter und der „unendlich lange“ Strand scheint doch ein Ende zu nehmen. Wir befinden uns am Ende einer Bucht wo die Palmen schon sehr nahe am Meer stehen und sich dazwischen spitze Steine befinden. Dadurch gibt es für uns keine Möglichkeit am Meer weiter zufahren. Wir versuchen unser Glück durch das Landesinnere, um den Steinstrand zu umgehen. Einerseits sind wir erfolgreich, weil wir dadurch eine Landzunge abgekürzt haben und noch herausfinden wie es danach weiter geht: Wieder ein langer Sandstrand soweit das Auge sehen kann. Ab sofort sind zwischen Sand und Meer aber weiterhin Steine. Deshalb gibt es nach der Flut keinen nassen Sand auf dem man mit dem Motorrad weiter fahren könnte. Der Sand ist zu weich, wir können nicht fahren und Taku kann das Motorrad auch nur mit Mühe schieben. Es ist also Zeit zum Umkehren.
Da wir schon sehr lange unterwegs sind, geht uns langsam aber doch unser mitgebrachtes Trinkwasser aus. Da der Strand in diesem Gebiet aber nur als Verbindungsstraße dient, ist es keineswegs so, dass man mit irgendeiner Verpflegung rechnen kann. Nur ein einziges Mal entdecken wir eine kleine Hütte, die auch Getränke verkauft. Dort ruhen wir uns aus und bemerken, dass es sich wohl um eine Art „Dorftreff“ handelt. Man kann zum Beispiel auch Benzin (abgefüllt in Plastikflaschen) kaufen. Auf jeden Fall gibt es viel zu beobachten und wir vergessen ein wenig die Zeit.
So kommt es, dass am späten Nachmittag wirklich nur mehr wir „Stupid Tourists“ mit dem Motorrad am Strand unterwegs sind, um das letzte Stückchen unserer Heimfahrt zum Bungalow zurück zu legen. Warum wir die einzigen sind? Weil die Flut zurück kommt und die vorher so praktische Sandfahrbahn unter Wasser steht. Es bleibt viel weicher Sand am restlichen Strand, der aber definitiv nicht vorteilhaft ist, um mit einem Motorrad weiter zu kommen. Irgendwann sehen wir Motorradspuren, die ins Landesinnere führen und wir bilden uns ein, dass wir hinter den Palmen Motorräder fahren sehen. Also queren wir mühsam den breiten weichen Sandstrand und haben zumindest mit der Vermutung Recht, dass es nicht schlimmer werden kann. Hinter den Palmen liegt versteckt ein ziemlich großes Dorf mit vielen einfachen Holzhütten. Irgendwann ist hier schon mal ein LKW gefahren, also gibt es zumindest zwei Spuren mit etwas zusammen gedrücktem Sand. Auf diesem Sandweg fahren wir langsam und vorsichtig weiter. Die vielen Bewohner des Dorfes finden unseren Anblick sehr erheiternd und lachen uns alle an. Wir fühlen uns ein wenig wie eine Dorfattraktion, aber grüßen natürlich freundlich zurück. Von den Einheimischen sind die meisten zu Fuß unterwegs, wir sehen nur sehr wenige Motorräder oder Fahrräder. Aber es kommt uns sogar ein Ochsenkarren entgegen.
Wir freuen uns sehr, als wir endlich wieder zu einer asphaltierten Straße gelangen und uns in einer Art Arbeiterviertel befinden. Aber wir haben uns zu früh gefreut. Plötzlich stehen wir wieder von einem Fluss, der aber in dieser Breite und Tiefe auf unserem Weg am Strand nicht vorhanden war. Wir befürchten, dass wir in eine „Sackgasse“ gelangt sind, aber die Arbeiter deuten uns alle sehr eindringlich wie wir weiter fahren sollen: Dann stehen wir an einer Stelle an der die Arbeiter offensichtlich gerade eine Art Brücke bauen. Sie ist bei weitem noch nicht fertig, aber zumindest ist das Wasser so niedrig, dass wir den Fluss auch mit Motorrad queren können:

Auf der anderen Seite benötigen wir aber noch die Hilfe eines Einheimischen 🙂
Für diesen Tag reicht es uns mit außergewöhnlichen Abenteuern. Wir sind froh, dass wir das geliehene Motorrad heil zurückgeben können.
Wir lassen den Abend bei einem wunderschönen Sonnenuntergang am Meer ausklingen. Dabei hat Taku das Beitrags-Foto vom Monat September von der Welle gegen den Felsen schießen können.
Es durchströmt uns ein unglaubliches Gefühl von Freiheit, wenn wir an unsere Motorradfahrt am menschenleeren Strand mit atemberaubender Landschaft zurückdenken.
Und was gibt es schöneres als sich wirklich frei zu fühlen?

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