Let´s go Myanmar – Mai – Amarapura

Let´s go Myanmar – Mai – Amarapura

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Mai-Bild: Amarapura – U Bein-Brücke

Es ist unser 3. Tag in Mandalay und Myanmar. Nachdem wir die zweitgrößte Stadt von Myanmar schon einen Tag zu Fuß und einen Tag mit dem Fahrrad erkundet haben, ist heute eine Moped Tour an der Reihe. Bevor es losgeht, müssen wir noch etwas Organisatorisches erledigen: wir müssen unser mitgebrachtes Bargeld in die Landeswährung Kyat (gesprochen: Tschatt) wechseln. Also auf zur Bank.

Als wir bei der Bank ankommen, herrscht dort ein reges Treiben. Es gibt mehrere Sicherheitsbeamten, die einem das Einparken abnehmen. Auch unser Moped wird auf einen minimalen Platz zwischen sehr vielen anderen Mopeds eingeschlichtet. In der Bank werden wir nachdem wir den Wunsch zum Geldwechseln vorgebracht haben, in den ersten Stock gebeten. Wir müssen kurz warten und ein paar Formalitäten erledigen – wie einen Pass vorweisen. Da der Kurs 1 Euro zu 1.123 Kyat ist und der Geldschein mit dem höchsten Wert 10.000 Kyat hat, bekommen wir für 400 Euro über 44 Geldscheine. Es handelt sich also um einen ordentlichen Packen Geld, der uns direkt aus einer Geldzählmaschine mit einem Plastiksack überreicht wird.
Uns ist es unangenehm offensichtlich mit so viel Geld gesehen zu werden, also suchen wir noch neben dem Schalter nach dem tiefsten Fach in unserem Rucksack, um das Geld darin zu verstecken. Bis auch alles an unserem Rucksack wieder verschlossen ist vergeht etwas Zeit in der die nächsten Kunden ihr Geld ausgezahlt bekommen haben. Es handelt sich um zwei einheimische Frauen, die beschwingt an uns vorbei und vor uns die Stufen zum Ausgang hinunter gehen. Wir trauen unsere Augen nicht: diese zierlichen kleinen Frauen haben zwischen sich einen riesigen Sack Geld den sie kaum tragen können. Ein Sicherheitsbeamten hilft den beiden vor der Bank, damit sie das große Packerl am Moped befestigen können. Bei ihrer folgenden Fahrt wird auch für alle anderen offensichtlich sein, dass sie viel Geld mit dabei haben, da natürlich groß eine Werbung für die Bank auf dem Plastiksack steht. Also scheinbar ist es hier nicht gefährlich mit viel Bargeld unterwegs zu sein. Und es bleibt einem ja auch nichts anderes übrig, wenn man sich etwas Teureres kaufen möchte. Auf jeden Fall kommen wir uns ziemlich blöd vor, dass wir wegen unseren paar Scheinchen Angst vor einem Überfall oder ähnlichem hatten!

Zugegebener Maßen bringen wir den Großteil des gewechselten Geldes trotzdem in unser Zimmer bevor wir unsere Spritztour starten. Zuerst fahren wir durch einige bekannte Straßen, die wir schon zu Fuß erkundet haben und besichtigen auch einen Tempel für den wir nach dem Fußmarsch zu müde waren. Direkt vor dem Ein- bzw. Ausgang des Tempels gibt es einen winzig kleinen Imbiss-Stand mit ein paar wenigen Tischen. Nur Einheimische essen dort zu Mittag. Wir beschließen uns auch noch hier zu stärken. Mit den zwei Frauen, die das daheim zubereitete Essen verkaufen, können wir uns nicht verständigen, deshalb zeigen wir einfach auf ein paar Töpfe deren Inhalt wir kosten wollen. Die Frauen freuen sich offensichtlich so sehr, dass wir bei ihnen essen wollen, dass sie uns von allem eine kleine Kostprobe zu unserem Tisch bringen. Dass uns das Essen schmeckt, freut sie natürlich noch mehr!

Gestärkt von dem Mittagessen starten wir unsere Fahrt in den Süden von Mandalay zur U Bein-Brücke. Wir haben nur eine gezeichnete Karte von der Besitzerin unserer Unterkunft, aber kommen damit gut zurecht. Vor allem wird uns ab einer bestimmten Nähe zu der berühmten Brücke von allen Passanten ohne dass wir nachfragen sowieso gleich eine Richtung mit Handzeichen angezeigt. Es ist wohl offensichtlich wohin wir Touristen fahren wollen 😉

Nach zirka 1 Stunde Fahrt kommen wir bei der Brücke an und davor haben sich für Touristen viele Verkaufsstände und Restaurants angesiedelt. Deshalb ist auch das Erste auf das wir hingewiesen werden, wo wir unser Motorrad für eine Parkgebühr abstellen dürfen. Nachdem wir diese bezahlt haben, kommen schon viele Männer auf uns zu, die alle wollen, dass wir mit ihrem Boot auf die andere Seite fahren. Uns kommt das komisch und unnötig vor, weil wir ja hier sind, um über die Brücke zu gehen! Wir lehnen also höflich ab. Ein Bootsfahrer bleibt ein bisschen hartnäckiger, also fragen wir ihn nach dem Preis. Er verlangt umgerechnet knappe 5 Euro. Jetzt kommen wir uns sehr knausrig vor. Wir beschließen, dass es reicht, wenn wir in eine Richtung gehen und dass wir in einer Richtung mit dem Boot fahren werden, damit die Einheimischen wenigstens etwas von dem Tourismus haben. Noch ist es allerdings zu heiß, also versichern wir unserem Bootsfahrer, dass wir nach einem Getränk mit ihm fahren werden. Das freut ihn sehr und er wartet die ganze Zeit bei seinem Boot auf uns. Außerdem berichtet er den anderen von unserem Versprechen, sodass uns niemand anderer mehr fragt, ob wir mit seinem Boot fahren wollen.

Nachdem wir beide eine erfrischende Kokosnuss getrunken und das weiße „Fruchtfleisch“ gegessen haben, starten wir unsere Fahrt von der einen Seite der Brücke zur anderen. Unser Bootsfahrer rudert die ganze Strecke von 1,2 km Metern händisch. Er muss sich also wirklich sehr anstrengen für das wenige Geld. Außerdem erzählt er uns auch ein bisschen etwas: Zum Beispiel, dass das Wasser in der Regenzeit bis unter den Weg der Brücke reicht. Nur jetzt in der Trockenzeit sieht man die Steher der Brücke so weit aus dem Wasser ragen wie auf folgendem Bild:

Pfeiler

Ein Mal fahren wir auch unter der Brücke durch. Da fällt einem auf, dass die Holzsteher zum Teil schon sehr kaputt und vom Wasser ausgehöhlt sind. Deshalb wurden manche bereits durch Betonsteher ersetzt. Also eigentlich ist die Bezeichnung als „die längste Holzbrücke“ nicht ganz gerechtfertigt. Unser Bootsfahrer setzt uns auf der anderen Seite des Sees ab und wir sind froh, dass wir mit ihm gefahren sind.

Schön, dass wir als Touristen in so einem armen Land trotzdem nicht befürchten müssen ausgeraubt oder bestohlen zu werden. Da macht es besonders Freude Einheimische direkt zu unterstützen indem man ihnen etwas abkauft.

Wie unser Tag in Amapura weiter verläuft erfahrt ihr im November!

Für alle die den bisherigen Myanmar-Blog verpasst haben gibts hier den Link dazu:

Myanmar-Blog

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